
Tennessee Whiskey vs. Bourbon – Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Detail
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Whiskey ist nicht gleich Whiskey – insbesondere wenn es um die beiden bekanntesten amerikanischen Whiskeysorten geht: Tennessee Whiskey und Bourbon. Obwohl beide aus den USA stammen und auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten aufweisen, gibt es doch entscheidende Unterschiede, die sie geschmacklich und in der Herstellung einzigartig machen. In diesem umfassenden Vergleich gehen wir auf die Geschichte, die Produktion, die gesetzlichen Vorgaben und die geschmacklichen Unterschiede von Tennessee Whiskey und Bourbon ein. Dieser Artikel wird Ihnen dabei helfen, die Feinheiten der beiden Whiskeysorten besser zu verstehen – und vielleicht auch Ihren persönlichen Favoriten zu finden.
1. Was ist Bourbon Whiskey?
Herkunft und Geschichte
Bourbon hat seinen Ursprung im späten 18. Jahrhundert im Bundesstaat Kentucky. Die Bezeichnung “Bourbon” leitet sich von Bourbon County ab, einem Bezirk in Kentucky, der nach der französischen Adelsfamilie Bourbon benannt wurde. Die ersten Siedler, die Whiskey in der Region destillierten, nutzten das reichlich vorhandene Maisangebot, um einen einzigartigen Whiskey zu kreieren, der bald als “Bourbon” bekannt wurde.
Gesetzliche Definition von Bourbon
Bourbon wird nach strengen Vorgaben der U.S. Federal Standards of Identity for Distilled Spirits definiert. Damit ein Whiskey als Bourbon bezeichnet werden darf, muss er folgende Anforderungen erfüllen:
✅ Er muss in den USA hergestellt werden.
✅ Der Maisanteil im Getreidemix muss mindestens 51 % betragen.
✅ Er darf nur mit Wasser und Getreide destilliert werden – ohne Zusatzstoffe oder künstliche Aromen.
✅ Die Destillation darf einen Alkoholgehalt von 80 % Vol. (160 Proof) nicht überschreiten.
✅ Der Whiskey muss in neuen, ausgebrannten Eichenfässern gereift werden.
✅ Der Alkoholgehalt beim Abfüllen ins Fass darf höchstens 62,5 % Vol. (125 Proof) betragen.
✅ Der fertige Bourbon muss mit mindestens 40 % Vol. (80 Proof) abgefüllt werden.
Geschmacksprofil von Bourbon
Bourbon zeichnet sich durch ein süßes, reichhaltiges Aroma mit Noten von:
• Vanille
• Karamell
• Honig
• Toffee
• Eichenholz
Durch den hohen Maisanteil erhält Bourbon eine natürliche Süße, die durch die Lagerung in ausgebrannten Fässern zusätzliche Karamell- und Vanillearomen entwickelt.
2. Was ist Tennessee Whiskey?
Herkunft und Geschichte
Tennessee Whiskey stammt – wie der Name bereits vermuten lässt – aus dem Bundesstaat Tennessee. Die berühmteste Destillerie für Tennessee Whiskey ist die Jack Daniel’s Distillery in Lynchburg, die 1866 von Jasper Newton “Jack” Daniel gegründet wurde. Tennessee Whiskey hat eine ebenso lange Tradition wie Bourbon, unterscheidet sich jedoch durch ein besonderes Herstellungsverfahren.
Gesetzliche Definition von Tennessee Whiskey
Tennessee Whiskey erfüllt grundsätzlich alle Kriterien eines Bourbons, jedoch mit einer wichtigen Ergänzung:
✅ Er muss in Tennessee hergestellt werden.
✅ Der Maisanteil im Getreidemix muss mindestens 51 % betragen.
✅ Er muss in neuen, ausgebrannten Eichenfässern gereift werden.
✅ Der Alkoholgehalt darf beim Destillieren 80 % Vol. (160 Proof) nicht überschreiten.
✅ Der Alkoholgehalt beim Abfüllen ins Fass darf höchstens 62,5 % Vol. (125 Proof) betragen.
✅ Der fertige Tennessee Whiskey muss mit mindestens 40 % Vol. (80 Proof) abgefüllt werden.
✅ Charcoal Mellowing (das Lincoln-County-Verfahren) ist Pflicht.
Das Lincoln-County-Verfahren – Der wichtigste Unterschied
Der entscheidende Unterschied zwischen Tennessee Whiskey und Bourbon ist das sogenannte Lincoln-County-Verfahren. Bei diesem Verfahren wird der frisch destillierte Whiskey durch eine dicke Schicht aus Holzkohle aus Zuckerahorn gefiltert, bevor er ins Fass gelangt. Dieses aufwendige Verfahren sorgt dafür, dass der Whiskey weicher wird und unerwünschte Schärfe oder rauchige Noten herausgefiltert werden.
Geschmacksprofil von Tennessee Whiskey
Durch das Charcoal Mellowing ist Tennessee Whiskey im Vergleich zu Bourbon weicher und milder. Die typischen Geschmacksnoten sind:
• Vanille
• Karamell
• Honig
• Holzkohle (leichte Rauchigkeit)
• Eichenholz
Tennessee Whiskey hat eine ausgeprägte Weichheit und ein sanftes Mundgefühl, das ihn von Bourbon abhebt.
3. Die wichtigsten Unterschiede zwischen Tennessee Whiskey und Bourbon
Kriterium |
Bourbon |
Tennessee Whiskey |
---|---|---|
Herkunft |
USA (vor allem Kentucky) |
Tennessee |
Maisanteil |
Mindestens 51 % |
Mindestens 51 % |
Lagerung |
Neue, ausgebrannte Eichenfässer |
Neue, ausgebrannte Eichenfässer |
Charcoal Mellowing |
Nicht vorgeschrieben |
Pflicht (Lincoln-County-Verfahren) |
Geschmack |
Süß, kräftig, vanillig |
Weich, mild, leicht rauchig |
Bekannte Marken |
Maker’s Mark, Woodford Reserve, Jim Beam |
Jack Daniel’s, George Dickel |
4. Bekannte Marken und Empfehlungen
✅ Bekannte Bourbon-Marken:
• Maker’s Mark – Ein weicher Bourbon mit einem hohen Weizenanteil und Noten von Vanille und Karamell.
• Woodford Reserve – Komplex, würzig, mit Aromen von dunkler Schokolade und Trockenfrüchten.
• Jim Beam – Klassischer Bourbon mit süßen, würzigen und vanilligen Noten.
✅ Bekannte Tennessee Whiskey-Marken:
• Jack Daniel’s Old No. 7 – Der weltweit bekannteste Tennessee Whiskey mit einem milden, leicht rauchigen Aroma.
• George Dickel No. 12 – Ein komplexer Tennessee Whiskey mit Anklängen von Butter und geröstetem Holz.
5. Fazit: Bourbon oder Tennessee Whiskey – Was ist besser?
Die Wahl zwischen Bourbon und Tennessee Whiskey hängt letztlich von Ihrem persönlichen Geschmack ab:
👉 Wenn Sie einen kräftigeren, süßeren Whiskey mit würzigen und holzigen Noten bevorzugen, ist Bourbon die richtige Wahl.
👉 Wenn Sie hingegen ein weicheres, milderes Geschmacksprofil mit einem Hauch von Rauchigkeit und Karamell suchen, sollten Sie sich für Tennessee Whiskey entscheiden.
Ob Bourbon oder Tennessee Whiskey – beide Sorten stehen für amerikanische Whiskey-Tradition und Qualität. Probieren Sie verschiedene Sorten und entdecken Sie Ihren persönlichen Favoriten! 🥃